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Unser gottesdienstliches Werk

Unser Markenzeichen ist, dass wir auf Menschen zugehen und mit ihnen über unseren Glauben sprechen.
Jehovas Zeugen sind eine internationale christliche Religionsgemeinschaft. Als Jehovas Zeugen möchten wir alle Menschen über Gott, dessen Name Jehova ist, und über seinen Sohn, Jesus Christus, informieren.

Wir vermitteln biblische Bildung. Deshalb veröffentlichen und verbreiten wir Bibeln und Bibelstudienhilfsmittel, besuchen andere und bieten kostenlosen Bibelunterricht an. Wir engagieren uns auch für das Gemeinwohl.

Unsere Geschichte

Die neuzeitliche Geschichte der Zeugen Jehovas begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit einer kleinen Gruppe von Bibelforschern in der Nähe von Pittsburgh, Pennsylvania.

1879 wurde zum ersten Mal die Zeitschrift veröffentlicht, die heute unter dem Namen Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich bekannt ist. Bis dato erscheint sie in über 170 Sprachen und ist die am weitesten verbreitete religiöse Zeitschrift der Welt.

Bevor wir 1931 den Namen Jehovas Zeugen annahmen, waren wir als Internationale Bibelforscher bekannt.

Unsere Struktur

Wie bei den Christen im ersten Jahrhundert gibt es keine Unterteilung in Geistliche und Laien. Alle getauften Mitglieder sind durch ihren Anteil am Predigt- und Lehrwerk geistlich tätig. Die Versammlungen (Gemeinden) bestehen aus bis zu 200 Personen. Männer, die den biblischen Anforderungen entsprechen, werden als Älteste eingesetzt. Jede Versammlung wird von einer Ältestenschaft geleitet. Etwa 20 Versammlungen sind zu einem Kreis und etwa 10 Kreise zu einem Bezirk zusammengefasst. Die Versammlungen werden regelmäßig von einem Kreisaufseher besucht. Anweisungen und Richtlinien kommen von einer Leitenden Körperschaft (bestehend aus langjährigen Zeugen Jehovas aus verschiedenen Ländern), die gegenwärtig im Hauptbüro in Brooklyn, New York tätig ist (Apostelgeschichte 15:23-29; 1. Timotheus 3:1-7).

Unsere Bruderschaft besteht aus Menschen aller Nationalitäten und zählt ca. 7,4 Millionen aktive Mitglieder in 230 Ländern. Sie sind zu mehr als 105 000 Versammlungen zusammengeschlossen.

Mitgliedschaft

Die Taufe ist das Zeichen der Hingabe an Jehova. Taufen lassen kann sich nur, wer alt genug und ausreichend informiert ist, diese wichtige Entscheidung zu treffen. Der Täufling wird völlig im Wasser untergetaucht (Matthäus 28:19; Apostelgeschichte 18:9).

Alle Nationalitäten vereint

Jehovas Zeugen kommen aus allen Nationalitäten und sind davon überzeugt, dass vor Gott alle Menschen gleich sind. Vielen, die an unserem biblischen Bildungsprogramm teilgenommen haben, ist es gelungen, tiefsitzende Vorurteile zu überwinden (Apostelgeschichte 17:26).

Wir schließen uns keiner Bewegung an, die durch ethnischen Hass motiviert ist, selbst dann nicht, wenn extremer Druck auf uns ausgeübt wird. Während des Naziregimes haben Jehovas Zeugen in Deutschland und anderen Ländern Hitlers Hasskampagne nicht unterstützt. Tausende Zeugen bezahlten das mit dem Leben. Die Historikerin Christine King beschrieb den Konflikt so: „Auf der einen Seite ... [die Nationalsozialisten]: gewaltig, mächtig, scheinbar unbezwingbar. Auf der anderen Seite die verschwindend kleine Zahl [der Zeugen] ..., die außer ihrem Glauben keine andere Waffe besaßen ... Moralisch gesehen, brachen die Zeugen die Macht der Gestapo."

Auch während der Massaker 1994 in Ruanda blieben Jehovas Zeugen strikt neutral, obwohl 400 von ihnen der ethnischen Gewalt unschuldig zum Opfer fielen. Die schweizerische Zeitung Reformierte Presse berichtete am 11. Dezember 1998 folgendes über den Konflikt: „African Rights hat 1995 auf zwölftausend Seiten den Völkermord in Ruanda dokumentiert. Sie hat allen Kirchen mit Ausnahme von Jehovas Zeugen die Beteiligung daran nachweisen können." Ganz gleich welcher ethnischen Gruppe sie angehörten, riskierten Zeugen Jehovas ihr Leben, um sich gegenseitig zu schützen.

Die Einheit fällt auch bei den jährlichen Kongressen auf, die weltweit durchgeführt werden. Ein Reporter des Sun Herald, der einen Kongress in Mississippi besucht hatte, schrieb: „Dort trifft man Menschen jeden Alters, Kleinkinder und Betagte, und an der ethnischen Vielfalt merkt man, es gibt keine Spur von Rassentrennung."

Brechen sie den Kontakt zu ehemaligen Mitgliedern ab?

Wer in der Versammlung nicht mehr aktiv ist, vielleicht weil er sich allmählich aus der Gemeinschaft seiner Glaubensbrüder zurückgezogen hat, wird nicht gemieden. Vielmehr wird ihm besondere Aufmerksamkeit geschenkt, um seinen Glauben wiederzubeleben. Wenn sich jemand allerdings schweren Fehlverhaltens schuldig macht (z. B. Trunkenheit, Diebstahl oder Ehebruch) und daran festhält, wird er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und ehemalige Glaubensbrüder vermeiden den Umgang mit ihm. Es wird alles getan, um zu helfen, doch wenn jemand keine Reue zeigt, muss die Versammlung vor schlechtem Einfluss geschützt werden. Die Bibel sagt klar und deutlich: „Entfernt den bösen Menschen aus eurer Mitte" (1. Korinther 5:13). Erklärt jemand formell, dass er nicht mehr zu unserer Gemeinschaft gehören möchte, gehen wir ihm aus dem Weg. Wie wird jemand behandelt, der ausgeschlossen wurde und dessen Ehepartner und Kinder Zeugen Jehovas sind? Die geistigen Bande wurden zwar gelöst, doch das gilt nicht für die verwandtschaftlichen Bande, weshalb die ehelichen Beziehungen, der normale Umgang in der Familie und ein liebevolles Miteinander bestehen bleiben können. Lebt ein ausgeschlossener Verwandter in einem anderen Haushalt, halten wir uns an die biblische Anweisung, „keinen Umgang mehr" mit ihm zu haben (1.Korinther 5:11). Wer ausgeschlossen wurde, darf die Zusammenkünfte besuchen. Er kann die Ältesten um Hinweise bitten, wenn er wieder in die Gemeinschaft zurückkehren will. Möchte jemand wieder ein Zeuge Jehovas sein und hat er sein falsches Verhalten aufgegeben, ist er stets willkommen. 

Wie werden sie finanziert?

Die Finanzierung erfolgt in erster Linie durch freiwillige Spenden von Zeugen Jehovas. Es wird keine Kollekte durchgeführt und niemand muss den Zehnten geben. In den Versammlungsstätten stehen deutlich beschriftete Spendenkästen, in die man anonym etwas einwerfen kann. Da die Versammlungsstätten bewusst schlicht gehalten sind und es keine bezahlten Geistlichen gibt, sind die Ausgaben überschaubar. An das örtliche Zweigbüro weitergeleitete Spenden werden für Katastrophenhilfe eingesetzt, für die Unterstützung von Missionaren und reisenden Predigern, den Bau von Versammlungsstätten sowie den Druck und Versand von Bibeln und biblischen Veröffentlichungen. Jeder entscheidet selbst, ob er spendet und wofür: für die Ortsversammlung, für das weltweite Werk oder für beides. Der Versammlung wird regelmäßig ein Finanzbericht vorgelegt.

Wo wir zusammenkommen

Wollten Sie schon immer einmal wissen, was in einem Königreichssaal der Zeugen Jehovas vor sich geht?

In Machala (Ecuador) war Floricelda Reasco so neugierig, dass sie ein kleines Loch in die Bambuswand des benachbarten Königreichssaals machte und zwei Monate lang beobachtete, was dort vor sich ging. Sie sah, dass sich die Brüder begrüßten und wie nett sie sich vor und nach den Zusammenkünften miteinander unterhielten.Sie fühlte sich von der freundlichen Atmosphäre angezogen und begann, die Zusammenkünfte zu besuchen. Bald wurde sie eine Zeugin Jehovas.

Um festzustellen, was in unseren Königreichssälen vor sich geht, brauchen Sie kein Loch in die Wand zu bohren. Alle unsere Zusammenkünfte sind öffentlich und Besucher sind herzlich willkommen. 

Wir führen unsere religiösen Zusammenkünfte in einem geweihten Gebäude durch, das Königreichssaal genannt wird. Königreichssäle sehen von Land zu Land unterschiedlich aus, zum Beispiel: in Papua-Neuguinea ein strohgedecktes Gebäude ohne Seitenwände, in Kansas (USA) ein renovierter Sportklub oder in Japan ein neugebauter Saal.

Ein Königreichssaal ist ein zweckmäßiges Gebäude, in dem sich ein Saal mit Sitzplätzen, einer Bühne und einem Rednerpult befindet. Es gibt auch eine Bibliothek und einen Bereich, in dem Veröffentlichungen für das Bibelstudium erhältlich sind.
In einem Königreichssaal sind keine religiösen Symbole wie Kreuze oder Heiligenbilder zu finden. Wieso nicht? Wir halten uns an das biblische Gebot: „Hütet euch vor Götzen." Deshalb benutzen wir bei der Anbetung keine religiösen Bilder und Symbole (1. Johannes 5:21). Bei uns wird weder ein Kollektenteller herumgereicht noch der Zehnte erhoben. Im hinteren Bereich des Königreichssaals stehen Kästen, in die Spenden eingeworfen werden können (2. Korinther 9:7).

Unsere Versammlungen haben normalerweise bis zu 200 Mitglieder. Die Zugehörigkeit zu einer Versammlung richtet sich nach geografischen Aspekten. Die meisten Zeugen Jehovas gehen in den Königreichssaal, der ihrem Wohnort am nächsten liegt. Oft teilen sich mehrere Versammlungen einen Saal und wechseln sich mit den Zusammenkunftszeiten ab.

Wir bauen oder renovieren unsere Königreichssäle oft selbst und kümmern uns auch um Reinigung und Instandhaltung. In Ländern, in denen die Zahl der Zeugen schnell steigt oder wirtschaftliche Probleme den Bau von Königreichssälen nicht zulassen, mieten wir Räumlichkeiten.

Ganz gleich wie ein Saal aussieht, eines fällt Besuchern schnell auf: Alle werden herzlich begrüßt.

Eine Versammlung in den USA erhielt einen Dankesbrief von einem 70-jährigen Herrn. Er schrieb: „Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich einen Königreichssaal betreten, und die lächelnden Gesichter und die aufrichtige Liebe beeindruckten mich sehr ... Ich habe es sehr geschätzt, dass Sie einer völlig fremden Person gegenüber so gastfreundlich waren."

Ein Anglikaner aus England besuchte in Australien eine Zusammenkunft der Zeugen Jehovas und schrieb an seine Freunde: „Ich war von der Herzlichkeit überwältigt, denn obwohl ich völlig fremd war, hat mich fast die ganze Versammlung äußerst brüderlich und aufrichtig willkommen geheißen."

Wöchentliche Zusammenkünfte

Normalerweise finden jede Woche zwei Zusammenkünfte statt. Meistens können sich die Anwesenden am Programm beteiligen, ähnlich wie man es aus der Schule kennt. Zu unseren Zusammenkünften gehören Gebete und Lieder. Alles dreht sich um die Bibel und darum, wie man nach ihr leben kann. Jeder Anwesende, Kinder wie Erwachsene, hat seine Bibel dabei und liest die behandelten Verse mit. 

In Kamerun besuchte ein Mann zum zweiten Mal eine Zusammenkunft der Zeugen Jehovas und saß zufällig neben einem kleinen Mädchen. Als der Redner die Zuhörerschaft aufforderte, einen Bibelvers aufzuschlagen, bemerkte der Mann, wie schnell die Kleine den Vers in ihrer Bibel fand und wie aufmerksam sie zuhörte. Er war davon so beeindruckt, dass er auch die Bibel studieren wollte.

Bei uns gibt es keine Unterteilung in Geistliche und Laien. Alle getauften Mitglieder sind ordinierte Prediger und Lehrer. Jeder, der die Zusammenkünfte besucht, auch Kinder, darf sich daran beteiligen. Programmpunkte werden normalerweise von Ältesten (kompetenten Männern, die Verantwortung tragen) oder Dienstamtgehilfen (deren Assistenten) geleitet. 
Die Zusammenkunft für die Öffentlichkeit und das Wachtturm-Studium finden meist am Sonntag statt. Bei der Zusammenkunft für die Öffentlichkeit wird ein 30-minütiger biblischer Vortrag zu einem Thema gehalten, das sowohl für die Versammlung als auch für Besucher von Interesse ist. Anschließend wird ein Artikel aus unserer Hauptzeitschrift, dem Wachtturm, gemeinsam besprochen. Die Besprechung dauert eine Stunde.

Das Versammlungsbibelstudium, die Theokratische Predigtdienstschule und die Dienstzusammenkunft finden meistens an einem Abend unter der Woche statt. Beim Versammlungsbibelstudium handelt es sich um eine 25-minütige gemeinsame Besprechung eines Abschnitts aus einem Buch oder einer Broschüre, die von Jehovas Zeugen veröffentlicht wurden. Was wurde in letzter Zeit u.a. behandelt? Eine Beschreibung des Lebens und Dienstes Jesu, eine Vers-für-Vers-Betrachtung der Offenbarung des Johannes und eine Analyse der 12 Kleinen Propheten. Ziel der 30-minütigen Theokratischen Predigtdienstschule ist es, sich im Lesen und in der Rhetorik zu verbessern. Wer in dieser Schule eingetragen ist, erhält regelmäßig Aufgaben zu vorher festgelegten biblischen Themen. Jede Woche werden drei Aufgaben vorgetragen und vom Leiter der Schule kommentiert. Worum geht es in der Dienstzusammenkunft? Sie dauert 35 Minuten und hilft uns, bessere Bibellehrer zu werden. Wir erarbeiten zum Beispiel, wie man freundlich ein Gespräch beginnt und welche biblischen Themen ansprechend sind. 

Neben den Zusammenkünften lesen wir auch zu Hause täglich in der Bibel und betrachten sie mit der Familie.

Jährliche Treffen

Dreimal im Jahr finden große regionale Treffen statt: Tagessonderkongresse (für etwa 20 Versammlungen, einen Tag lang), Kreiskongresse (für etwa 20 Versammlungen, zwei Tage lang) und Bezirkskongresse (für etwa 200 Versammlungen, drei oder vier Tage lang). Bezirkskongresse werden meistens in gemieteten Stadien abgehalten. Sie ziehen viele Neugierige aus der Region an.

Internationale Kongresse werden etwa alle fünf Jahre in großen Städten überall auf der Erde veranstaltet. Diese Kongresse laufen genauso ab wie Bezirkskongresse, nur dass Delegierte aus verschiedenen Ländern eingeladen sind. Es werden biblische Vorträge gehalten, Interviews geführt und Szenen nachgespielt. Man singt und betet gemeinsam. In der Mittagspause und am Abend genießt man das Zusammensein.

Welchen Eindruck hinterlassen unsere Kongresse bei Besuchern? Die brasilianische Zeitung Jornal da Tarde schrieb: „Im Gegensatz zu anderen religiösen Veranstaltungen lässt der Kongress keinen Fanatismus erkennen — keiner schreit, die religiösen Lieder sind angenehm, es werden keine aufsehenerregenden Heilungen vollbracht, und keiner läuft mit einem Beutel umher, um den Gläubigen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Vielmehr herrscht gespannte Aufmerksamkeit." 

Ein Schweizer, der Jehovas Zeugen nicht mochte, besuchte einen Kongress, um zu „spionieren". Er war überrascht und schrieb an Freunde: „Ich bemerkte Tausende von aufmerksamen Zuhörern, die das Stadion füllten, und verspürte eine Atmosphäre der Ruhe und des Friedens. Was ich bis zum Schluss des Kongresses hörte, sah und fühlte, hinterließ bei mir einen tiefen Eindruck."

Mit anderen über unseren Glauben sprechen

Jehovas Zeugen vermitteln biblische Bildung. Deshalb veröffentlichen und verbreiten sie Bibeln und Bibelstudienhilfsmittel, besuchen andere und bieten kostenlosen Bibelunterricht an.

Wir sind dafür bekannt, dass wir mit anderen über unseren Glauben sprechen. Die Mitglieder jeder Versammlung versuchen, alle Menschen in ihrer Umgebung mit einer kurzen biblischen Botschaft zu erreichen. Gewöhnlich gehen sie dabei von Tür zu Tür. Doch wir sprechen auch mit Leuten auf der Straße, in Parks oder auf anderen öffentlichen Plätzen — überall dort, wo wir jemand mit spirituellem Interesse und ein paar Minuten Zeit treffen könnten. Genauso haben es auch Jesus und seine Apostel getan. Der Apostel Paulus sagte zum Beispiel, er hätte sich nicht davon zurückgehalten, „öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren" (Apostelgeschichte 20:20).

Möchte jemand mehr über die Bibel erfahren, können weitere Gespräche oder ein wöchentlicher Bibelkurs vereinbart werden.

Warum nehmen wir uns Zeit für biblische Gespräche? Wir haben Interesse an anderen und sind vom Wert der guten Botschaft überzeugt. Wer nach der Bibel lebt, lernt Gott als Person kennen, stärkt seine Familie, bewältigt den Alltagsstress leichter und wird ein besserer Freund und Nachbar.

Wie tritt man uns entgegen? Viele reagieren gleichgültig, manche lehnen uns ab. Doch es gibt immer einige, die sich freuen, uns zu sehen. Eine Dame schrieb: „Vielen Dank dafür, dass Sie kommen und die Liebe des Herrn auch anderen zuteil werden lassen. Diese einfache Tat gibt einem sehr viel. Es tut unwahrscheinlich gut, dass jemand kommt, der einen an geistige Dinge erinnert."

Weltweite Verlags- und Übersetzungstätigkeit

Wir haben ein weltweites Bildungsprogramm aufgebaut, das seinesgleichen sucht und allen zugutekommt, die mehr über die Bibel erfahren möchten. Seit 1870 haben wir eine riesige Menge biblischer Veröffentlichungen hergestellt.

Sprachen

Die Wachtturm-Gesellschaft hat Veröffentlichungen in 537 Sprachen hergestellt. Sie kann weltweit auf über 2 500 Übersetzer zurückgreifen, die ihre Dienste gern zur Verfügung stellen.

Anfang der 1980-er Jahre hat ein Team aus freiwilligen Helfern das erste vielsprachige elektronische Fotosatzsystem der Welt entwickelt. Gegenwärtig kann damit Material in 659 Sprachen verarbeitet werden. 29 Alphabet- und Zeichensätze stehen zur Verfügung.

Seit 1912 werden Veröffentlichungen in Brailleschrift hergestellt. Heute erscheinen sie regelmäßig in zehn Sprachen.

Für Gehörlose gibt es verschiedene Videos in Deutscher und 45 weiteren Gebärdensprachen.

Bibeln

Seit 1926 hat die Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania 165 Millionen Bibeln in 83 Sprachen herausgegeben.

Zeitschriften, Bücher und Nachschlagewerke

Der Wachtturm, das hauptsächliche Bibelstudienhilfsmittel der Zeugen Jehovas, erscheint mit einer monatlichen Auflage von ungefähr 39 Millionen und ist damit die am weitetsten verbreitete religiöse Zeitschrift der Welt. Er erscheint simultan in 180 Sprachen.

Erwachet! erscheint in 82 Sprachen mit einer monatlichen Auflage von 38 Millionen. Es beschäftigt sich mit Themen von allgemeinem Interesse und bringt sie mit der Bibel in Verbindung. 

Was lehrt die Bibel wirklich? ist das Lehrbuch, das wir hauptsächlich bei Bibelkursen verwenden. Seit der Veröffentlichung im Jahr 2005 wurden 130 Millionen Bücher in 209 Sprachen gedruckt.

Die Wachtturm-Gesellschaft hat für intensive Nachforschungen Bibellexika, Konkordanzen und andere Studienhilfsmittel veröffentlicht.

Internet

Seit 1997 findet man uns auch im Internet unter www.watchtower.org. Dort erscheinen aktuelle Informationen über unseren Glauben und unsere Tätigkeit. Man hat Zugang zu einer Reihe von Traktaten, Broschüren sowie Wachtturm- und Erwachet!-Artikeln. Im Januar 2009 standen Veröffentlichungen in 407 Sprachen zur Verfügung — von Englisch, Chinesisch, Französisch und Spanisch über Assyrisch, Bengali, Portugiesisch und Twi bis zu Videos in Amerikanischer, Brasilianischer, Kolumbianischer, Japanischer und Russischer Gebärdensprache. Auf der Website findet man u. a. auch die Anschriften der Zweigbüros, über die man weitere Informationen erhalten oder Kontakt zu Jehovas Zeugen vor Ort herstellen kann. Audioaufnahmen unserer Veröffentlichungen sind auf  www.jw.org als Downloads verfügbar. Die beiden Websites sind mit dieser Website verlinkt.

Audio- und Video-Veröffentlichungen

Die Wachtturm-Gesellschaft hat 22 Videodokumentationen zu verschiedenen geschichtlichen und biblischen Themen produziert. Sie stehen in 80 Sprachen zur Verfügung.

Die gesamte Bibel gibt es in Deutsch und vielen weiteren Sprachen als MP3. Bibellehrbücher, Broschüren und die aktuellen Ausgaben von Wachtturm und Erwachet! sind ebenfalls als CD oder im MP3-Format erhältlich.

Warum gehen sie an die Türen?

Jesus wies seine Nachfolger an: „Macht Jünger aus Menschen aller Nationen", und gab selbst ein gutes Beispiel, denn er „begann von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zu ziehen, wobei er predigte und die gute Botschaft vom Königreich Gottes verkündigte." Der Apostel Paulus lehrte auf öffentlichen Plätzen, auf dem Markt oder an den Haustüren. Wir machen das genauso. Auch andere Religionsgemeinschaften haben die christliche Pflicht erkannt, öffentlich und von Haus zu Haus zu predigen, selbst wenn das bei ihnen oft nur eine begrenzte Gruppe von Missionaren oder Geistlichen übernimmt (Matthäus 24:14; 28:19, 20; Lukas 8:1; Apostelgeschichte 20:20)

Warum sprechen sie bei Menschen, die kein Interesse an Ihrem Glauben haben, wieder vor?

Wir möchten niemand unsere Botschaft aufzwingen, sind uns aber bewusst, dass sich Umstände ändern können. Vielleicht ist jemand heute viel zu beschäftigt, morgen aber gerne zu einem Gespräch bereit. Oder jemand ist umgezogen. Einer aus der Familie ist eventuell nicht interessiert, ein anderer aber schon. Oder jemand wird mit neuen Problemen oder Situationen konfrontiert, durch die sein spirituelles Interesse geweckt wird.

Katastrophenhilfe

Jehovas Zeugen fördern nicht nur biblische Bildung, sondern tragen auch zum Gemeinwohl bei.

Seit dem Zweiten Weltkrieg führen Jehovas Zeugen Hilfsaktionen durch, um ihren Glaubensbrüdern und anderen von Kriegen oder Naturkatastrophen Betroffenen beizustehen. Dabei kommt ihnen zugute, dass sie durch Königreichssaalbauprojekte und große Kongresse Erfahrung in der Organisation von Menschenmengen haben. Oft sind wir die ersten, die am Unglücksort eintreffen.

Am 2. Mai 2008 fegte der Zyklon Nargis mit verheerender Wucht über Myanmar. Infolge einer gewaltigen Flutwelle, die das Irawadi-Delta überschwemmte, gab es annähernd 140.000 Tote und Vermisste.

Während des Zyklons halfen Jehovas Zeugen in einem Stadtteil von Yangon vielen Hilfesuchenden, in den Königreichssälen Schutz zu finden. In Dala nahm ein Ehepaar 20verzweifelte Nachbarn mit in den Königreichssaal. Am nächsten Morgen hatten diese Familien kein Zuhause mehr und waren hungrig. Der Zeuge Jehovas fand einen Reisverkäufer und kaufte so viel Reis, dass es für alle reichte.

Zunächst war das Zweigbüro der Zeugen Jehovas völlig von der Außenwelt abgeschnitten, weil große Bäume umgestürzt waren und die Zufahrtsstraßen blockierten. Nur wenige Stunden nachdem der Sturm abgeflaut war, machten sich mehr als 30 Mitarbeiter des Zweigbüros daran, die Bäume ohne große technische Ausrüstung wegzuschaffen. Beobachter kamen aus dem Staunen nicht heraus: Zeuginnen Jehovas brachten kalte Getränke und frisches Obst — nicht nur für die Arbeiter, sondern auch für die Nachbarn. Ein Reporter, der alles beobachtet hatte, sagte: „Die arbeiten aber gut zusammen! Was sind das bloß für Leute?" Als er hörte, wer sie waren, meinte er: „Wie schön wäre es doch, wenn auch andere so viel Gemeinschaftssinn hätten wie Jehovas Zeugen!"

Im August 2005 traf Hurrikan Katrina die amerikanische Küste in der Nähe von New Orleans mit verheerender Wucht und verursachte den vielleicht größten Personen- und Sachschaden in der Geschichte der USA. Tausende Zeugen Jehovas aus dem ganzen Land setzten ihre Zeit und Erfahrung beim Wiederaufbau ein. „Sie kamen mit ihrem Werkzeug, ihrem Geschick und dem Wunsch zu helfen und hinterließen eine Menge dankbarer Freunde in der Gegend rund um New Orleans", schrieb The Times Picayune. Ein Ehepaar in einem Dorf an der Küste von Mississippi ist dankbar für die Hilfe von fünf Zeugen Jehovas, die mit ihren Motorsägen kamen, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. „Ich kann den Jungs gar nicht genug danken. Unglaublich! Sie wollten nicht mal Geld dafür", sagte die Ehefrau laut Tennessean.com. An einer Tür in New Orleans hing das Schild: „Zeugen Jehovas nicht erwünscht!" Nachdem die Hausbewohnerin die gute, herzliche Stimmung der Zeugen bemerkte, die in ihrem Viertel Häuser reparierten, sagte sie: „Offensichtlich habe ich euch ganz falsch eingeschätzt." Sie nahm das Schild weg und lud die Zeugen ein.

Im Juni 2001 überschwemmte der Tropensturm Allison innerhalb von 24 Stunden Houston (Texas) mit über 1 000 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Jehovas Zeugen organisierten sofort Hilfsmaßnahmen. Sie entwickelten eine Datenbank, mit der sie alles organisieren konnten: Wie erhält man Baugenehmigungen? Wo gibt es Baumaterialien? Wo setzt man die Tausenden Helfer aus dem ganzen Land am besten ein? In wenigen Tagen brachten Profis den Helfern bei, wie man Teppiche und Wände herausreißt und Häuser reinigt und desinfiziert. „Wir mussten einfach helfen. Die Leute waren in Not und wir waren für sie da", sagte ein Zeuge Jehovas, der jedes Wochenende 800 Kilometer in die betroffene Region fuhr. In einem Artikel des Houston Chronicle hieß es: „Sie haben hauptsächlich die Häuser ihrer Glaubensbrüder, aber auch Häuser in der Nachbarschaft repariert, die bei der schwersten Naturkatastrophe, die über Houston hereingebrochen ist, zerstört wurden."

Nach dem schockierenden Angriff auf das World Trade Center am 11. September 2001 flohen Tausende von Menschen aus Manhattan über die Manhattan und Brooklyn Bridge. Das Hauptbüro der Zeugen Jehovas befindet sich in Brooklyn in der Nähe der beiden Brücken. Viele liefen zu den Büro- und Fabrikgebäuden, wo sie versorgt wurden und Erste Hilfe erhielten. Jehovas Zeugen stellten der Feuerwehr Ausrüstung für die Rettungsarbeiten zur Verfügung. Biblischer Trost, der den Rettern in den Tagen, Wochen und Monaten nach der Katastrophe überbracht wurde, war unbezahlbar. Gruppen von Ältesten aus Versammlungen der Zeugen Jehovas in Manhattan wurde gestattet, das Ground-Zero-Gebiet zu betreten, um dort mit den Rettungsleuten zu reden und ihnen Mut zu machen. „Den Männern standen Tränen in den Augen, als wir mit ihnen über biblische Gedanken sprachen", berichteten einige der Ältesten. „Sie wirkten so verloren, wie sie mit gesenktem Kopf dasaßen und mit all dem, was sie gesehen hatten, einfach nicht fertig wurden. Wir setzten uns zu ihnen und sprachen mit ihnen über einige Bibeltexte. Die Männer bedankten sich von ganzem Herzen für unser Kommen und sagten, das sei genau der Trost gewesen, den sie gebraucht hätten." In den Tagen nach der Tragödie machten sich in den USA über 900 000 Zeugen Jehovas auf und trösteten Trauernde.

Jesus Christus sagte: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt" (Johannes 13:35). Der Jünger Jakobus betonte, dass echter Glaube und gute Taten Hand in Hand gehen (Jakobus 2:14-17). Das nehmen wir ernst und kümmern uns um Katastrophenopfer. Wir spenden Hilfsgüter und bieten unsere Unterstützung unentgeltlich an. Was motiviert uns dazu? Das biblische Gebot, den Nächsten und einander zu lieben (Matthäus 22:39; 1. Petrus 4:8).

Lese- und Schreibunterricht

Seit Jahrzehnten bringen wir Menschen auf der ganzen Welt, die sonst kaum Zugang zu Schulbildung haben, Lesen und Schreiben bei. 

Sirley, eine brasilianische Lehrerin mittleren Alters, die eine Zeugin Jehovas ist, verwandelt jede Woche ihr Wohnzimmer in ein Klassenzimmer. Gegen 14 Uhr kommt Amélia, die mittlerweile besser liest als viele Jugendliche in der Sekundarschule. Amélia ist 82 Jahre alt.

Amélia folgt dem Beispiel von über 60 älteren Bürgern, die den kostenlosen Lese- und Schreibunterricht, den Sirley in ihrer Heimatstadt erteilt, bereits erfolgreich abgeschlossen haben. Die brasilianische Zeitung Jornal do Sudoeste berichtete über Sirleys Tätigkeit und schrieb, dass sie „den Bürgern an ihrem Wohnort einen bedeutenden Dienst erwiesen" habe. Ihre Lehrmethode ist so wirksam, dass die älteren Menschen „nach nur 120 Unterrichtsstunden Briefe schreiben, die Zeitung lesen, rechnen und andere alltägliche Dinge" erledigen können. In Hunderten von Königreichssälen in ganz Brasilien wurde bereits Lese- und Schreibunterricht abgehalten, durch den schon über 22.000 Erwachsene Lesen und Schreiben gelernt haben.

Ähnliche Programme der Zeugen Jehovas bewähren sich auch in anderen Teilen der Welt. In Burundi beispielsweise war das Nationale Büro zur Bekämpfung des Analphabetentums bei Erwachsenen (eine Abteilung des Bildungsministeriums) von den Ergebnissen des Lese- und Schreibunterrichts der Zeugen Jehovas dermaßen angetan, dass es vier der beteiligten Lehrer „für die große Mühe, die sie sich gegeben haben, um anderen das Lesen beizubringen", auszeichnete. Die Regierungsvertreter waren besonders beeindruckt, dass 75 Prozent der Kursbesucher, erwachsene Frauen waren — ein Personenkreis, der normalerweise zögert, an solchen Kursen teilzunehmen.

Am 17. November 2000 erhielten Jehovas Zeugen von der Vereinigung kongolesischer und afrikanischer Journalisten für die 
Entwicklung (AJOCAD) eine Auszeichnung für hervorragende Leistungen, weil sie „durch ihre Veröffentlichungen, die erzieherischen Charakter haben, einen Beitrag zur Weiterbildung der Kongolesen leisten". Die Zeitung Le Phare in Kinshasa kommentierte das folgendermaßen: „Man wird wohl kaum einen Kongolesen finden, der nicht schon mal einen Wachtturm, ein Erwachet! oder andere Veröffentlichungen der Zeugen Jehovas erhalten hat." Auch die AJOCAD bemerkte, dass die Veröffentlichungen der Zeugen Jehovas einem großen Teil der kongolesischen Bevölkerung zugutegekommen sind.

Vermittlung sittlicher Werte

Wer die Bibel kennenlernt und sein Leben danach ausrichtet, wird besser mit Stress und Problemen fertig und leistet einen nützlichen Beitrag zum Gemeinwohl. Viele haben es z. B. geschafft, das Rauchen, den Alkohol- oder Drogenmissbrauch, das Glücksspiel und promiskuitives Verhalten aufzugeben, nachdem sie die Bibel kennengelernt haben. Familien haben gelernt, sich mit Respekt zu behandeln und besser zu kommunizieren. So halten Ehen länger und die Jugendkriminalität wird verringert.

Aus Brasilien ging folgender Brief ein: „Als Grundschullehrer möchte ich den Herausgebern von Erwachet! gratulieren. Ihre Zeitschrift ist allgemeinbildend und leistet einen wichtigen Beitrag zu einer ausgewogenen Erziehung. Meine Kollegen und ich verwenden die ausgezeichneten Artikel im Unterricht als Diskussionsgrundlage, wenn es um moralische Werte oder soziale Fragen geht. Erwachet! ist charakterbildend und verbessert die Lebensqualität unserer Schüler, indem es ihnen hilft, gut fundierte Entscheidungen zu treffen."

Die deutsche Zeitung Lausitzer Rundschau schrieb: „Moralbegriffe wie Ehrlichkeit, Enthaltsamkeit oder Nächstenliebe stehen im Glauben der Zeugen weit oben."
 
   
 
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